BNK ist ein Nachhaltigkeitsbewertungssystem, dass als QNG Siegelvariante des Bundes für Ein- bis Fünffamilienhäuser aufgenommen wurde

 

Nach der verpflichtenden Einführung des Energieausweises für alle Neu- und Bestandsgebäude in Deutschland im Jahr 2014 zielt das Bundesbauministerium nun beim Neubau von Wohngebäuden auf eine ganzheitliche Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien ab. Die Weiterentwicklung des Ansatzes des Energieausweises für kleine Wohngebäude ist somit die Nachhaltigkeitsbewertung mit dem Bewertungssystems Nachhaltiger Kleinwohnhausbau (BNK).

In einer dreijährigen Entwicklungszeit wurden das BNK-System im Rahmen von mehreren Forschungsvorhaben entwickelt. Die Forschungsprojekte wurden durch Unterstützung der Stiftung „Forschung im Siedlungs- und Wohnungswesen“ durch das Fachgebiet Bauklimatik der Hochschule München von Prof. Dr. Natalie Eßig in Kooperation mit der Bau- und Immobilienwirtschaft entwickelt und durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wissenschaftlich unterstützt. Im Rahmen dieses Projektes wurde zunächst ein Kriterienkatalog für Kleinwohnhausbauten entworfen. Die Entwicklungsphase wurde neben dem BBSR  durch zahlreiche Akteure aus Forschung, Politik sowie dem Wohnungsbau (u.a. Verbände, private Bauherren, Hersteller, Umweltbundesamt, KfW-Bank) begleitet.

Das Ergebnis waren 19 objektive Bewertungskriterien für die nachhaltige Qualität von Ein-bis Fünffamilienhäusern. Die BNK Kriterien ermöglichen Ihnen eine neutrale und herstellerunabhängige Einschätzung zur Nachhaltigkeitsqualität Ihres Wohnhauses

Die BNK-Kriterien und Inhalte finden Sie hier.

Das Bewertungssystem BNK wurde im Jahr 2021 in die Liste der Bewertungssysteme und Zertifizierungsstellen der QNG-Siegelvarianten für Wohngebäude aufgenommen. Das "Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude" ist ein staatliches Qualitätssiegel für Gebäude. Voraussetzung für die Vergabe ist, dass beim Hausbau allgemeine und besondere Anforderungen an die ökologische, soziokulturelle und ökonomische Qualität von Gebäuden erfüllt werden.

 

Das sind die relevanten BNK (QNG) Nachhaltigkeits-Kriterien:

Flächeninanspruchnahme: Reduzierung des Flächenverbrauchs, Vermeidung der Zersiedelung der Landschaft, Geringhaltung zusätzlicher Bodenversiegelung und Ausschöpfung von Entsiegelungspotenzialen

Ressourceninanspruchnahme und Wirkungen auf die globale Umwelt: Schonung natürlicher Ressourcen und der Begrenzung negativer Wirkungen auf die Umwelt

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Möglichkeit zur Anpassung an sich ändernde Nutzerbedürfnisse und Nutzungsbedingungen

Trinkwasserbedarf in der Nutzungsphase: Bewertung des Wasserbedarfs eines Gebäudes in der Nutzungsphase mit dem Ziel der Schonung natürlicher Ressourcen

Rückbau-und Recyclingfreundlichkeit: langlebiges und anpassbares Bauwerk mit dem Ziel geschlossener bzw. verlangsamter Stoffkreisläufe

Risiken für Gesundheit und Umwelt: Ausschluss bzw. Begrenzung von Baustoffen, die aufgrund ihres Schadstoffgehalts oder Schadstofffreisetzungen ein Risikopotenzial für Grundwasser, Oberflächenwasser, Boden und Außenluft darstellen sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen Handwerker, Nutzer und Besucher sowie Anwohner oder Belastungen der Innenraumluft verursachen können

Barrierefreiheit: Barrierefreiheit auf dem Grundstück, bei den Zugängen zum Gebäude, in den öffentlichen Verkehrsflächen sowie ausgewählten Nutzungsbereichen mit dem Ziel der Gewährleistung einer unabhängigen Lebensführung und der vollen Teilhabe in allen Lebensbereichen für Menschen mit Einschränkungen

Schaffung von Voraussetzungen für Bewirtschaftung: Voraussetzungen für eine optimale Nutzung und Bewirtschaftung, z.B. über Wartungs- und Instandhaltungsplan

Flächeneffizienz: Bewertung der Qualität der Grundrisslösung im Hinblick auf die effiziente Nutzung bebauter Flächen

Erfüllung von Nutzeranforderungen: Sicherstellung einer hohen Nutzerzufriedenheit

Thermischer Komfort:  Sommerlicher Wärmeschutz mit dem Ziel der Sicherung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Nutzerzufriedenheit.

Visueller Komfort: Versorgung mit Tageslicht und Kunstlicht sowie Sichtbeziehungen

Schallschutz: Schutz vor den unerwünschten Wirkungen von Schall, Sicherung von Gesundheit sowie Privatheit und Vertraulichkeit

Nachhaltige Beschaffung: Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards in den Lieferketten, Einhaltung von Menschenrechten sowie des Arbeits- und Umweltschutzes sowie der Schonung natürlichen Ressourcen. Mindestens 50 Prozent der verbauten Hölzer, Holzprodukte und / oder Holzwerkstoffe müssen nachweislich aus nachhaltiger Forstwirtschaft (PEFC, FSC) stammen.

Lebenszykluskosten: Wirtschaftlicher Umgang mit finanziellen Ressourcen

Qualität der Projektvorbereitung: Ermittlung der Bedürfnisse von Bauherren und Nutzern

Qualitätskontrolle der Bauausführung: Durchführung von Prüf- und Messverfahren zur Bestätigung des Erreichens von Planungszielen und Feststellung der Mangelfreiheit des Gebäudes