Entwicklung des BNK Systems

Mit der Einführung von Gütesiegeln zur Bewertung und Zertifizierung der nachhaltigen Gebäudequalität, wurde in den letzten Jahren ein zukunftsweisender Ansatz zur Förderung der Nachhaltigkeit im Bauwesen geschaffen. Zur Beurteilung stehen heutzutage zahlreiche Methoden auf nationaler und internationaler Ebene zur Verfügung.

Der Schwerpunkt der Bewertungssysteme lag bisher in Deutschland vorrangig nur auf Gebäudetypologien, wie Bürobauten, Schulen, Industriebauten oder größeren Wohnungsbauten (Mehrfamilienwohnhäuser ab sechs Wohneinheiten). Ein- bis Fünfamilienhäuser wurden hierbei bislang nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl diese mit derzeit ca. 80 Prozent einen hohen Anteil am gesamten Neubauvolumen des Wohngebäudebereichs einnehmen (Statistisches Bundesamt 2014).

Diesem Thema haben sich im Jahr 2012 die Hochschule München und das Ingenieurbüro Prof. Dr. Gerd Hauser im Rahmen eines Forschungsprojekts angenommen. Das Forschungsprojekt wurde durch Unterstützung der Stiftung „Forschung im Siedlungs- und Wohnungswesen“ durch das Fachgebiet Bauklimatik der Hochschule München von Prof. Dr.-Ing. Natalie Eßig in Kooperation mit der Bau- und Immobilienwirtschaft entwickelt und durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wissenschaftlich unterstützt. Im Rahmen dieses Projektes wurde zunächst ein Kriterienkatalog für Kleinwohnhausbauten entworfen. Der Kriterienkatalog wurde mit Unterstützung zahlreicher Akteure aus Forschung, Politik und Praxis weiterentwickelt und anschließend in einer  Pilotphase 2014/2015 am Markt erprobt.

Zu nennen sind hier Verbände des Wohnungsbauwesen, private Bauherren, Architekten, Ingenieure, Bauträger und auch die Bauindustrie (Fertigbau / Massivbau). Durch die Systemerprobung wurde sowohl die praktische Anwendung, als auch  der notwendige personelle und finanzielle Aufwand der Bewertungsmethode in  der Praxis überprüft.  Die ersten Nachhaltigkeitszertifikate der Pilotphase wurden vom Bundesbauministerium verliehen.

 

Markteinführung des BNK Systems

Das BNK-System wurde am 23. Juni 2015 offiziell vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) (heute Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) als anerkanntes System des Bundes veröffentlicht.

Die Markteinführung des BNK-Systems wird zu einer weiteren Verbesserung der ganzheitlichen Nachhaltigkeit von Kleinwohnhausbauten in Deutschland beitragen und die Transparenz für Bauherren und Käufer von Häusern erhöhen. Hersteller, Bauherren und Käufer können durch das BNK-System die nachhaltige Gebäudequalität ihrer Eigenheime von unabhängiger Seite prüfen und zertifizieren lassen. Zahlreiche Hersteller können zudem die hohe Qualität Ihrer Eigenheime von unabhängiger Seite bestätigen lassen.

 

KfW-Förderung von nachhaltigen Wohngebäuden in Deutschland ab 01.07.2021 und QNG

Ab dem 01.07.2021 wurde das BNK-Zertifikat unter dem NH-Paket in die Bundesförderung Effiziente Gebäude (BEG) aufgenommen. Der erforderliche Nachweis für die Förderung der Nachhaltigkeit erfolgt über die Vergabe des gebäudebezogenen Qualitätssiegels Nachhaltige Gebäude (QNG). Das Bau-Institut für Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen (BiRN) GmbH wurde mit dem Bewertungssystem BNK im Jahr 2021 in die Liste der Bewertungssysteme und Zertifizierungsstellen der QNG-Siegelvarianten für Wohngebäude aufgenommen.

Bei Erreichung eines BNK-Zertifikates erfolgt eine Anhebung des Fördersatzes um 2,5 % Punkte sowie eine Anhebung der max. Fördersumme von 120.000 auf 150.000 €. Für die Erreichung des NH-Paketes durch die Erteilung eines BNK-Nachhaltigkeitszertifikat werden Bauherren somit z.B. bei einem KfW40-Haus mit einem zusätzlichen Tilgungszuschuss von bis zu 9.750 € belohnt.

Die entstehenden Zusatzkosten durch eine Nachhaltigkeitszertifizierung werden zudem weiterhin bis zu 50 % von der KfW-Bank erstattet (max. 5000 €). Die aktuellten Informationen der Gebäudeförderung durch den Bund erhalten Sie auf der Seitze des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) sowie der KfW.